EXHIBITIONS

Vernissage 2&3D

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Am 4. Februar findet im Backyard die Vernissage Ausstellung 2&3D statt. Die Künstler Suzan Rinow und Jan Bourquin stellen ihre Werke aus.

Suzan Rinow

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Die Schönheit aus dem Norden, SUZAN RINOW, hat an der Kunstakademie Düsseldorf studiert, derzeit lernt sie “Visuelle Kommunikation” an der Kunsthochschule Weißensee.

Suzan arbeitet mit Öl auf Leinwand und Wandmalerei in größerem Format. Sie verwendet dabei Kohle, Ölkreiden, Acryl bis hin zu Lacken und Wandfarbe. Daneben ist die Zeichnung und Aquarellierung ein wichtiges Medium ihres künstlerischen Ausdrucks.

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Ihre figürliche Malerei zeigt sich an einigen Stellen abstrahiert. Es geht Suzan hier nicht um die detailgenauen Studien des menschlichen Körpers, sondern vielmehr um die Darstellung des Bewusstseinszustandes der Dargestellten.

Die Serie (dream) Sequences widmen sich der Darstellung von schlafenden Menschen, zum Teil mit befremdlich wirkenden verschwommenen Gesichtern und deren Traumwelten.

Der Traum als Medium der Transzendenz wird durch die Individualität begründet und überschreitet sie zugleich. In diesem Sinne bedeutet jeder Schlaf zugleich den Tod. Im ruhelosen Schlaf des Lebens darf der Mensch den Traum als Eintritt in eine Welt der Überschreitung und Entgrenzung erfahren. Der Gedanke, dass der Traum das Individuum verschluckt und in einem labyrinthischen Raum verschwinden lässt, veranlasst Suzan zur Abstraktion einiger Details. Der Entzug eines Stückes Wirklichkeit  und das Verschwimmen lassen der Konturen im milchigen Licht der Indifferenz.

So unfertig gedacht, diffus aufgelöst und vor ein Fragezeichen stellend sind viele ihrer Bilder. Schärfere Konturen und erkennbare Strukturen scheinen in der Fantasie schweben bleiben zu wollen. Dennoch ist die Fantasie bewusst inszeniert, so bewusst, dass ihre schlichte Dramaturgie im Bild erkennbar ist. Ein aufgeklärtes Ich scheint hier den Pinsel zu schwingen. Beim Malen eingekehrt und introvertiert, aber konzentriert abwechselnd mal seinen Gedanken und etablierter Symbolsprache, mal seinen Gefühlen und Traumbildern folgend.

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Jan Bourquin

Ein Stuhl ohne Beine. Eine Lampe aus Legosteinen deren Form durch seinen Benutzer und nicht durch den Designer bestimmt wird. Eine WG-Küche in der herrschaftlichen Treppenhalle des Kunstvereins Hannover, eine Ausstellung in der nicht die entworfenen Exponate im Fokus stehen, sondern das, was durch oder mit ihnen passiert… immer wieder verschieben die Arbeiten von Jan Bourquin gewohnte Sichtweisen, Kontexte oder Rollenbilder, hinterfragen diese, heben sie auf. Die Bereiche Design, Kunst, Architektur und zuweilen Politik scheinen in seiner Arbeit genauso zu verschwimmen wie die Rollen von Künstler und Betrachter, von Objekt und Produkt.

Regalsystem

Jan Bourquin wohnt und arbeitet in Berlin. 2011 machte er sein Diplom an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg im Fachbereich Industrial Design. Er war Gründungsmitglied der Gruppe Danasz Bourski und verwirklichte in dieser Konstellation zahlreiche Projekte, darunter verschiedene Ausstellungen, eine Bar, ein Messestand und ein Regalsystem. 2008 absolvierte er ein sechsmonatiges Praktikum bei David Chipperfield Architects Berlin. 2010 war er im Vorstand des Frappant e.V. aktiv und vertrat 130 Künstler, Designer und Architekten im Konflikt um Atelierplätze und die Rolle von Kreativen in Hamburg. Hierzu entstand auch ein Buch.

Seine Ausstellung im Backyard befasst sich mit Perspektive und Fläche, mit realem und imaginären Raum, davor und dahinter, Transparenz und Opazität. Um diese Spannungsfelder erfahrbar zu machen, wird mit der Technik der Anamorphose der Raum zur Fläche. Aufgrund ihres Trompe-l’oeil-Effektes erscheint die dargestellte Figur wiederum räumlich. Sie ordnet sich so in den realen Raum ein, überspannt und durchdringt ihn, legt sich vor, über, hinter ihn. Das Exponat ist weder real noch räumlich. Vielmehr ist es ein manifestierter Moment, eine eingefrorene Sichtweise.

Legolampe